Bienen machen Schule

Bienen sind bei den meisten Menschen beliebt, aber kaum bekannt. Wer die Bienen nicht mit Wespen verwechselt, dann schreibt ihnen Attribute zu wie „intelligent, fleißig, sozial und nützlich“. Stellen wir so nicht den idealen Schüler vor? Was liegt also näher, als Bienen in die Schule zu bringen?

Bei den Planungen für das Schulprojekt „natürlich klug“ am Schulzentrum in der Eifelstadt Speicher hat das Planungsbüro Wesentlich – Büro für urbane PflanzKultur von Beginn an die Integration eines Schulbienenprojektes vorgesehen. Durch die Kooperation mit der Landeszentrale für Umweltaufklärung in Mainz, die gerade ihre Pilotphase der Initiative „Bienen machen Schule“ abgeschlossen hat und über vielfältige Erfahrungen verfügt, kann die Umsetzung des Schulbienenprojektes in Speicher bereits Anfang 2013 erfolgen.

Bienen faszinieren Kinder
Die Arbeit der Honigbiene und die Imkerei können nicht hoch genug bewertet werden. Die Honigbienenhaltung, seit dem Mittelalter ständig verbessert und mit Einführung der modernen Magazinimkerei im 19. Jhd. perfektioniert, lieferte zusammen mit den zahlreichen Wildbienenarten stets einen enormen Beitrag zur Bestäubung von Nutz- pflanzen. Kinder sind von Bienen ganz besonders fasziniert, wenn man sie mit zum Bienenstock nimmt. Allein die gewonnenen Eindrücke sind für sie unvergesslich. Das Kennenlernen der Imkerei bietet für Kinder einzigartige Möglichkeiten. Mit dem Wissenserwerb über das Aussehen der Honigbiene, die Nützlichkeit der Bienen für Mensch und Natur, die Lebensweise der Bienen, die Arbeit eines Imkers, etc., lernen die Kinder gleichzeitig interdisziplinär. Sie erfahren Zusammenhänge in der Natur und schulen Ihre Beobachtungsgabe. Durch den Abbau von Berührungsängsten mit dem Insekt und die Ausbildung zum Hobbyimker ist eine Veränderung der Haltung und des Bewusstseins der Kinder möglich, ihr Verhalten gegenüber der Natur kann nachhaltig verändert werden. Über die Imkerei kann die enge Verbindung zwischen Ökologie und Ökonomie anschaulich und ausführlich dargestellt werden. Die Kinder erlernen und gewinnen verschiedenste Fähigkeiten und Fertigkeiten, sowohl gestalterisch und handwerklich als auch intellektuell. Ihre Sozialkompetenz wird durch die Zusammenarbeit mit anderen ebenfalls gestärkt.

Bienen und Honig sind bedroht
Mit Beginn der Industrialisierung der Landwirtschaft und des Einsatzes von Pestiziden und damit Rückgang der Wildbienen wurde die Honigbienenhaltung unentbehrlich. Ohne die Honigbiene und andere Insekten läge z.B. der Fruchtansatz von Obstblüten bei nur ca. 1 bis 1,5 %.Damit ergibt sich eine nahezu zwingende Notwendigkeit, die Honigbiene und die Imkerei als eine Grundlage unserer Land- und damit Nahrungswirtschaft zu erhalten. Eine Seite der Bedrohung der Honigbiene liegt im Großeinsatz von Pestiziden und dem Verlust der Artenvielfalt durch Feld- u. Flurbereinigungen sowie dem Anbau von Monokulturen, welcher wiederum einen erhöhten Pestizideinsatz erfordert. Ein weiteres Problem ist die aus Asien eingeschleppte Varroamilbe und der Befall der Bienen mit anderen Parasiten, was aber durch den sachkundigen Imker beherrschbar ist. Zum anderen gibt es auf Seiten der Imkerverbände erhebliche Nachwuchsprobleme, da der größte Teil der 90.000 Hobby-Imker in Deutschland über 60 Jahre alt ist.
Wie oben erwähnt, trägt der Imker mit seiner Arbeit zur Gesunderhaltung und gene- rell zur Bewirtschaftung der Bienenvölker die Verantwortung. Damit sichert er letztlich das Überleben der Honigbiene und deren Bestäubungsleistung.

Projektidee Bienen machen Schule
Vor dem Hintergrund der oben beschriebenen Problematik entstand die Idee zum Modellprojekt „Imkerei-AG an Schulen“. Zur Durchführung des Projekts wurde ein Konzept, gegliedert in eine konzeptionelle Phase und eine Realisierungsphase, entwickelt und bei der LZU zur Durchführung beantragt. Im September 2010 konnte mit dem Projektauftrag die Arbeit begonnen werden.

Hauptziele des insgesamt zweijährigen Modellprojektes waren:

  • Finden von Modellschulen und betreuenden Imkern
  • Entwicklung einer Informations-und einer Einführungsveranstaltung, um das Interesse der Schüler für eine Imkerei AG anzuregen
  • Entwicklung eines pädagogischen Konzeptes und einer didaktischen Schulung für die betreuenden Imker
  • Hilfestellung beim Aufbau und Betreuung der Imkerei-AG
  • Konzeption für die Vermarktung des Honigs
- Entwicklung und Pflege einer Internetseite zur Information und Verbreitung der Projektidee für andere interessierte Schulen und zum Aufbau eines Netzwerks

Projekt erfolgreich umgesetzt
In der Konzeptphase 2010 konnten zwei Modellschulen, die Integrierte Gesamtschule (IGS) Landau und das Nordpfalzgymnasium in Kirchheimbolanden, sowie zwei erfahrene Imker für die fachkundige Betreuung der AG’s, gewonnen werden. Die Schulen standen dem Projekt von Anfang an sehr aufgeschlossen gegenüber.

Zuerst galt es die materielle Ausrüstung zu beschaffen. Dank der von der LZU dafür zur Verfügung gestellten Finanzmittel war dies auch kein Problem. Es wurde für jede Schule eine nahezu komplette Ausrüstung für die Bewirtschaftung von 3 Bienenvölkern beschafft. Dazu gehörten neben den Magazinen natürlich auch die Rähmchen, Mittelwände und einiges an praktischem Werkzeug sowie Schleier und Handschuhe für die ständige Arbeit am Bienenvolk. Eine Honigschleuder sowie Entdeckelungsgeschirr für die Waben, Abfülleimer und Honiggläser wurden eingekauft.

Neben der theoretischen Einführung in die Honigbienenhaltung wurde dann im Frühjahr an beiden Schulen mit dem Herrichten der Plätze und dem Aufstellen der Magazine begonnen. Die Ebertsheimer Bildungsinitiative e.V. hat die beiden Imker beim Aufbau der AG’s und auch deren Durchführung tatkräftig unterstützt.

Die Ergebnisse des Projektes wurden im Auftrag der LZU sehr anschaulich zusammengefasstund können hier als PDF  eingesehen werden.
Weitere Information erhalten Sie bei der Landeszentrale für Umweltaufklärung LZU in Mainz www.umdenken.de

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